11. Drama mit Happy End

von Andrea

An einem Montag hatten wir unser Testpaket mit FedEx auf den Weg gebracht. Wir entspannten ein wenig, denn wir konnten ja nun nichts mehr tun außer Daumen drücken. Bis Donnerstag …

Ich war gerade auf dem Weg zum Flughafen und freute mich auf ein Wochenende mit unseren italienischen und schwedischen Freunden in Genua, da erreichte mich die E-Mail von FedEx, dass sich die internationale Freigabe unserer Sendung verzögerte, weil die Steuernummer des norwegischen Importeurs benötigt wurde.

Ich saß in der S-Bahn und bemühte mich, die Frustration zurück zu drängen. “Bange machen gilt nicht, Kopf hoch!” Bei FedEx anrufen und fragen, was jetzt zu tun war, ja klar, was sonst. Aber nicht sofort, das wäre kein auch nur halbwegs konstruktives Telefonat mit einem brauchbaren Ergebnis geworden.
Als ich später am Gate saß und auf das Boarding wartete, traute ich mich, die Hotline von FedEx wählen. Der Dame, die sich meldete, sagte ich sofort, dass ich ein Problem lösen müsste, dass für meinen Mann und mich sehr wichtig wäre, dass wir mittlerweile einigermaßen verzweifelt wären und gleichzeitig leider absolut keine Ahnung von internationalem Versand von Paketen hätten. Ich hoffte, die Einleitung würde mir mildernde Umstände für den Fall verschaffen, dass ich während des Telefonats in Tränen ausbrechen würde oder alternativ anfangen würde zu schreien.

Ob nun die Einleitung geholfen hat oder die Dame auch ohne diese so freundlich und hilfsbereit gewesen wäre, weiß ich nicht – sie war jedenfalls großartig. Sie fand unser Vorhaben ganz beeindruckend und war wie wir der Meinung, dass das nun auf keinen Fall am Versand der Pakete scheitern durfte. Sie verstand gleich, dass es in unserem Fall keinen norwegischen Importeur gab bzw. dass wir das selber waren, und dass wir damit die geforderte Steuernummer nicht liefern konnten, weil wir ja keine Steuernummer in Norwegen hatten. Und sie versprach, sich sofort bei ihren Kollegen in Norwegen um eine Lösung zu kümmern.

Und tatsächlich, schon kurz nach meiner Ankunft in Genua rief sie mich an und erklärte, es müsste für uns eine vorübergehende Anmeldung beim norwegischen Zoll erfolgen (was auch immer das genau bedeutete).  Dafür wären nun noch einige Angaben nötig, darunter unsere Aufenthaltsdauer in Norwegen, unsere Adresse in Norwegen (äh …rotes Zelt?), der Grund unseres Aufenthalts in Norwegen, Geburtstag und -ort sowie Kopien unserer Pässe. Ok, das klang machbar, nur war ich jetzt in Genua und mein Pass in München.

Als wir am Montag Abend wieder zu Hause waren, schrieben wir auf Englisch einen zweiseitigen Brief mit allen geforderten Angaben und einer ausführlichen Erklärung unseres Vorhabens und fügten Fotos unserer Pässe bei. In der Hoffnung, die Herzen der norwegischen Zöllner erweichen zu können, merkten wir in dem Brief auch an, dass der Abschnitt des E1, den wir gehen wollten, ja quasi zwei Dritteln der norwegischen Kulttour “Norge på langs” (Norwegen der Länge nach) entsprach. Per E-Mail schickten wir alles noch am selben Abend an FedEx und übten uns dann weiter im Daumen drücken.

Am Donnerstag kam endlich die erlösende Nachricht, dass die Freigabe der Sendung erfolgt war. Am Montag drauf schließlich erhielten wir die Bestätigung der Zustellung des Pakets.

Ein großer Dank an die sehr nette Dame bei FedEx und an all ihre Kollegen, die sich mit unserem skurrilen Fall herumgeschlagen haben (und bei den noch folgenden Paketen noch herumschlagen werden). Die haben sich ja vielleicht manchmal genauso die Haare über unseren Fall gerauft wie wir.
Und bei den folgenden Paketen sollten wir den Brief mit den Informationen und die Fotos der Pässe gleich beilegen, hat es noch geheißen, dann würde es schon klappen.

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