15. Elf Pakete endlich am Ziel

von Andrea

Es sind alle elf Versorgungs-Pakete an ihren Zielen in Norwegen, Schweden und Finnland angekommen. Damit ist das Thema, das uns am meisten gestresst hat, endlich abgeschlossen. Juhuuuuuu!

Habe ich vor einiger Zeit etwa noch den niedlichen Begriff „Päckchen“ verwendet? Völliger Blödsinn. Das waren ausgewachsene Pakete! Die leichteste Lieferung hatte 7,1 Kilogramm, die schwerste 19,5 Kilogramm. Insgesamt haben wir 127 Kilogramm verschickt. Wer zum Geier soll das alles zum Nordkap schleppen?

Der Wert, den wir ja jeweils pro Ware ermitteln und angeben mussten, lag in Summe bei 6.500 €. Lebensmittel für vier Monate gehen doch gut ins Geld, vor allem die eher teureren Trekking-Gerichte. Aber natürlich auch die Ersatzwäsche, Ersatzschuhe, ein wärmerer Schlafsack für das letzte Drittel der Strecke (den wir zum Glück schon hatten), die Wanderkarten mit etwa 25 Euro pro Stück und was sich noch alles so in den Paketen tummelt.

Liste_Paketinhalt

Nachdem wir mittels unseres Testpaketes herausgefunden hatten, wie es geht, haben wir in der Folge zum Glück nicht jeweils sieben Stunden für das Packen eines Paketes und das Erstellen der Zollunterlagen benötigt, sondern sind mit etwa eineinhalb Stunden pro Paket ausgekommen. Und da wir bereits für das erste Paket eine temporäre norwegische Zollnummer bekommen hatten, die wir auch für die folgenden Pakete verwenden konnten, verlief der Versand der weiteren sieben Pakete nach Norwegen zum Glück überwiegend reibungslos. (Ole wartet seitdem noch darauf, dass Norwegen auf Basis unserer Zollnummer Einkommenssteuer von uns verlangt.) Und zumindest zolltechnisch waren die Pakete nach Schweden und Finnland eh unproblematisch.

Eine Extrarunde haben wir für Pakete nach Norwegen dann allerdings doch noch gedreht. Nach dem Testpaket sind die nächsten fünf Pakete nach Norwegen reibungslos durchgeflutscht. Die beiden letzten Pakete blieben unerwartet lange am Zoll hängen. Dann kam ein Anruf aus Norwegen, in dem noch mal um eine Erklärung gebeten wurde, was denn nun warum in den Paketen so drin ist. (Männo, stand doch alles in den liebevoll erstellten Listen!) Nach der Erklärung kam die fast entschuldigende Aussage, dass wir für die Pakete wohl Zoll zahlen müssten. Da wir damit eigentlich von Anfang an gerechnet hatten und uns eher gewundert hatten, dass wir bis dahin keinen Zoll gezahlt hatten, war das zwar etwas doof, aber auch nicht wirklich ein Problem. Weil ich aber nun mal keine Inkonsistenzen mag, wollte ich natürlich wissen, was nun bei diesen Paketen anders sei als bei den ersten sechs. Nach einem Augenblick des Zögerns kam die etwas ratlos klingende Antwort „ein anderer Zollbeamter?“. Ach so, na dann …

Dieser andere Zollbeamte wollte angeblich darüber hinaus die ganze Geschichte aufrollen und für die bereits durchgeflutschten Pakete auch noch Zoll einfordern. Das hat er dann aber wohl doch nicht durchsetzen können, jedenfalls haben wir nur für zwei Pakete Zoll plus zusätzliche Zollkosten (was auch immer das ist) bezahlt, zusammen 304 €. Da es bei dem einen Paket 39 Prozent und bei dem anderen sogar 43 Prozent des Wertes waren (den Unterschied muss ich zum Glück nicht verstehen), waren wir sehr froh, dass es zwei eher kleine Pakete erwischt hatte und dass wir nicht für alle Pakete hatten Zoll zahlen müssen bzw. sich der übereifrige Zollbeamte nicht hatte durchsetzen können, alles noch mal aufzurollen! (Übrigens haben wir tatsächlich genau für das Paket zum Saltfjellet Hotel Zoll bezahlen müssen. Von dort hatten wir in der Vorbereitung die Warnung bekommen, dass wir uns bitte um den Zoll kümmern sollten, da sie den nicht für uns bezahlen wollten. Uff, gut, dass wir dafür eine Lösung gefunden hatten.)

Natürlich gab es noch einige weitere Stilblüten bei den verbleibenden zehn Paketen, komplett reibungslos war die Nummer nicht. Zum Beispiel hatte ich an einem Sonntag die Daten für zwei Pakete nach Norwegen mit allen einzelnen Waren sowie deren Herstellungsland, Gewicht und Wert bereits ins IT-System von FedEx eingegeben und auch mehrfach gespeichert. Bei einer letzten Prüfung am Abend war davon dann nix mehr da. Die bitterböse E-Mail, die ich in meinem Frust daraufhin an FedEx geschickt habe, haben die (zum Glück) einfach ignoriert … war wohl auch besser so. Danach sind wir dazu übergegangen, eigene Dokumente mit allen notwendigen Angaben zu erstellen. War nach dem anfänglichen Aufwand der Erstellung eh einfacher und haben sowohl FedEx als auch der Zoll akzeptiert.

Unseren Frust über das nicht verlässliche IT-System hat FedEx dann locker dadurch wettgemacht, dass unser Paket nach Ritsem in Schweden tatsächlich in der Hütte in Ritsem angekommen ist. Diese Hütte ist ja nur schlappe 180 Kilometer vom nächsten Ort – nämlich Gällivare – entfernt und nette Menschen in Ritsem hatten uns gewarnt, dass es nur einen lokalen Anbieter gibt, der überhaupt dorthin liefert, alle anderen lassen Pakete einfach in Gällivare bei der dortigen Post liegen. Wir haben keine Ahnung, wie genau unser Paket nach Ritsem gekommen ist, ob tatsächlich jemand von FedEx die 180 Kilometer zu der Hütte gegurkt ist oder ob FedEx das Paket dem lokalen Anbieter in die Hand gedrückt hat. Jedenfalls haben wir statt der erwarteten E-Mail von FedEx, dass die Zustellung nicht möglich ist, eine E-Mail von der Hütte ins Ritsem bekommen, dass das Paket angekommen ist. Wir staunten und freuten uns. (Im System von FedEx ist das Paket allerdings noch immer als nicht zugestellt markiert.)

Nur warum FedEx nicht in den schönen Ort Umbukta in Norwegen liefert, haben wir gar nicht verstanden. Der ist deutlich weniger ab vom Schuss als Ritsem! Zum Glück wussten wir das schon vorher. So haben wir das Paket zunächst an eine Kollegin von Ole nach Oslo (bzw. Sandvika) geschickt und die hat es mit der lokalen Post an die Fjellstue in Umbukta weitergeschickt. Dort lag es dann noch eine Weile in der nächst größeren Stadt Mo i Rana, bis die Betreiber der Hütte in Umbukta es dankenswerter Weise für uns aufgesammelt haben.

Ach ja, dann hatte noch die Zustellung an den Hof Furuheim zweimal nicht geklappt, daraufhin lag das Paket zur Abholung im nächsten Ort Hattfjelldal. Also haben wir an den Hof in Furuheim geschrieben, ob wir etwas tun könnten, wie zum Beispiel eine weitere Zustellung zu einer bestimmten Zeit organisieren. Die Antwort lautete, das sei kein Problem, sie würden das Paket in Hattfjelldal abholen. Wir staunen immer wieder über die Hilfsbereitschaft!

Auch schön war schließlich noch die Information in einem Telefonat mit FedEx, dass wir mit unseren Lieferungen besser den Wert von 1.000 € pro Tag nicht überschreiten sollten, denn dann müssten wir eine Ausfuhranmeldung vornehmen. Äh … eine was? Der nette Mitarbeiter von FedEx meinte, wir sollten doch einfach nur jeweils ein einzelnes Paket pro Tag versenden, dann blieben wir doch wohl unter den 1.000 €. Als ich darauf meinte, dass das doch total aufwändig sei, wenn dann jeden Tag ein Fahrer von FedEx für nur ein einzelnes Paket zu uns kommen müsse, bekam ich die lachende Antwort, dass das doch immer noch besser sei, als wenn wir eine Ausfuhranmeldung machen müssten. Auch wieder wahr. Und so haben wir in Summe drei verschiedene Fahrer von FedEx kennengelernt und uns fast täglich kurz mit denen unterhalten. Die waren alle drei super nett. Einer war so begeistert von unserem Vorhaben, dass er am liebsten mitkommen wollte. Ein anderer wollte, dass wir ihm Fotos von unserer Tour schicken und zog dann zufrieden mit der Adresse unseres Blogs ab. Das war trotz des vielen Ärgers mit den Paketen einfach schön.

Also, mal vom IT-System und der Nummer mit Umbukta abgesehen, ist FedEx einfach richtig gut. Das hat wohl auch seinen Preis. An Versandkosten haben wir insgesamt knapp 900 € berappt. Zwar wissen wir nicht, ob es mit einem anderen Anbieter billiger geworden wäre, haben da aber eine starke Vermutung. Bei den Erfahrungen, die wir im Vorwege mit DHL und UPS gemacht haben, hätten wir dafür aber deutlich mehr Rotwein und Kopfschmerztabletten gebraucht. War schon besser so.

Jetzt hoffen wir nur noch, dass all die Schokolade in den Paketen auch noch da ist, wenn wir an den Stationen ankommen.

Ein Gedanke zu “15. Elf Pakete endlich am Ziel

  1. Wenn einer eine Reise tut, kann er viel erzählen. Aber schön für uns Follower – auch schon im Vorfeld. Sehr unterhaltsam. Wir freuen uns schon sehr auf die Reiseberichte.

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