17. Der erste Schritt

von Ole

Wenn ich über die 4 Monate nachdenke und nach vorne schaue, dann ist es vor allem ein Bild, das ich ganz stark vor Augen habe. Wir sitzen an der – leider Anfang Juni noch geschlossenen – Fjällstation in Grövelsjön (die Sonne scheint ☺) und neben uns liegen die gepackten Rucksäcke. Losgehen bedeutet, ganz viel hinter sich zu lassen. Für mich ist das bildlich der virtuelle Rucksack, in dem wir die Sorgen, Nöte, Verantwortungen des Alltags mit uns herumtragen. Losgehen bedeutet, den virtuellen Rucksack durch den physischen zu ersetzen, in dem alles enthalten ist, was für die nächsten Tage wirklich relevant ist. Mit dem ersten Schritt gewinnen wir eine Freiheit, wie wir sie tagein, tagaus nur sehr selten genießen können. Die Freiheit, die nächsten 4 Monate ganz nah bei sich und bei uns zu sein und nur das zu tun, wonach uns ist – solange es in unseren Rucksack passt.

Diese Freiheit hat Konsequenzen – beruflich und privat. Weniger Aufträge und evtl. enttäuschte Kunden für Andrea, weniger Kontakt zu Freunden und Familie, andere Aufgabengebiete und in vielem ein inhaltlicher Neuanfang für mich. Die Entscheidung für diese Freiheit und für die gemeinsame Zeit ist allmählich in uns gereift und mit der Zeit immer fester geworden. Der erste Schritt ist das Bild für diese Entscheidung. Der Moment, in dem wir den virtuellen Rucksack gegen den physischen tauschen. Der Moment, in dem ein langsam gewachsener und immer stärker gewordener Wunsch in Erfüllung geht.

Dieser Moment ist für mich viel wichtiger als zum Beispiel der letzte Schritt, ein eventuell erfolgreiches Ankommen am Nordkap. Auch dieses Bild kann ich mir vorstellen, aber es fällt mir schwer, über die Emotionen zu spekulieren. Für uns ist es nicht entscheidend anzukommen, es ist entscheidend loszugehen. Interessanterweise hat sich das im Laufe der Zeit etwas verändert. Euer positives Feedback zu unserer verrückten Idee hat in uns einen Druck entstehen lassen, „es“ auch zu schaffen. Da hat es uns gut getan, miteinander und mit einigen von Euch darüber zu sprechen und damit einen Teil des Druckes wieder abzulegen. Wir wollen losgehen und schauen, was passiert. Was mit unseren Körpern und in unseren Köpfen passiert. Zu welchen Gedanken unsere Freiheit führt. Wir sind neugierig, was der nächste Moment bringt und wie weit uns unsere Füße tragen.

Wir freuen uns auf den ersten Schritt.

Ein Gedanke zu “17. Der erste Schritt

  1. Liebe Andrea! Lieber Ole!

    Auch wenn ihr zu zweit in drei Tagen losgehen werdet, so gehen ganz viele liebe Menschen, die euch nahe stehen und denen ihr nahe steht, in gewisser Weise mit. Ich spreche wohl für viele, dass wir auch ein klein wenig mit euch mitgehen. Auch dieses Gefühl, das in einem selbst keimt und die Frage aufwirft „wo würde ich gerne 4 Monate umher wandern?“

    Genießt jeden Schritt, genießt das Alleinsein und das gemeinsame Alleinsein und genießt die Tatsache, dass ihr auf seelischer Ebene doch nicht alleine sein werdet. Und musikalisch…. naja…. der Ohrwurm….. der ist hoffentlich sowieso und meistens dabei, wenn ihr ihn braucht! COME ALONG….. THE WAY I WALK IS CALLED LIFE!!!!!!!!!!

    ALLES ALLES LIEBE
    Eure Katy

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