38. Zeltplatz 

von Ole und Andrea

Das klingt meist unspektakulär, wenn wir von einem guten Zeltplatz schreiben. Aber worauf achten wir dabei? Was gehört denn nun zu einem guten Zeltplatz dazu?

Wie bei jeder anderen Wohnung auch zuerst einmal die Lage. Und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht:

  • Wie ist der Ausblick? Auf jeden Fall unverbaut.
  • Gibt es eine Sonnenterrasse? Macht das Essen einfach perfekt, allerdings sollte die Sonne auch scheinen.
  • Wie weit entfernt gibt es Wasser? Darf mal mehr als 25 m sein, wenn der Ausblick richtig gut ist.
  • Wie sind die Nachbarn? Typischerweise hier entweder nett oder bannig weit weg.

Dann gibt es ein paar weitere wichtige Kriterien:

  • Ist der Platz gerade? Der Kopf sollte nicht unter den Füßen liegen, etwas über den Füßen geht gerade noch. Dabei sollten die Füße immer in Windrichtung liegen, dann funktioniert bei unserem Zelttyp die Lüftung am besten und man kann den Eingang öffnen, ohne dass die nächste Windbö gleich das Zelt mitnimmt oder zumindest das Innenzelt deutlich abkühlt. Dann steht unser Tunnelzelt auch richtig parallel zum Wind und bietet damit dem Wind weniger Angriffsfläche.
  • Ist der Platz eben? So viele Buckel müssen nicht sein, dann liegt man unbequem bzw. rollt häufig in eine Richtung von der Matte. So lange das in Richtung Zeltmitte ist, ist auch noch alles gut. Ausstopfen unter der Luftmatratze hilft ein wenig.
  • Ist die Fläche groß genug? Unser Zelt ist immer etwas größer als wir denken.
  • Bekommt man die Heringe in den Boden? Abspannen ist bei unserem Tunnelzelt insbesondere bei Wind echt wichtig.
  • Ist der Untergrund trocken? Test: Stehen bleiben und sehen, ob das Wasser um die Schuhe herum steigt.

Und noch ein paar vorausschauende Gedanken helfen ebenfalls:

  • Gibt es ein bisschen, aber nicht zu viel Wind? Ohne Wind kommen irgendwann die Mücken und es gibt zu viel Kondenswasser an der Innenseite des Außenzeltes. Bei zu viel Wind wackelt das Zelt zu sehr, teilweise wird dann das Außenzelt gegen das Innenzelt gedrückt. Das ist an sich noch kein Problem, bei feuchtem Außenzelt – Regen, Kondenswasser – wird dann allerdings auch das Innenzelt feucht und dann werden es die Daunenschlafsäcke ebenfalls. Wald scheidet daher häufig aus, zuviel Windschutz und verbaute Aussicht.
  • Wird der Untergrund auch bei starkem Regen nicht überspült? Also nicht zu nah am Fluss. Nicht in einer Mulde, in der sich Wasser sammeln kann (letztere ist momentan häufig eh noch zu feucht).

Ihr seht, wir sind ganz schön wählerisch. Dabei werden wir weniger wählerisch, wenn wir müde und platt sind, dann tut es auch mal ein Stück des Forstweges im Schnee. Und bei schlechtem Wetter ist die Aussicht nicht ganz so kritisch, dafür wird Windschutz wichtiger. Mittlerweile läuft das Suchprogramm schon weitgehend automatisiert.

Wir sind am Ende immer wieder überrascht, wie oft es uns gelingt, wirklich traumhafte Plätze für unsere rote Villa zu finden.

Gute Lage, nah am Wasser

Nette Nachbarn

Bezugsfertig

Küche im Windschutz

Unverbaubarer Blick und nette Nachbarn

Zur Not auch mal der Forstweg

Sonnenterasse

Großer Vorgarten

Weder gerade noch eben, so sieht es hier häufig aus

2 Gedanken zu “38. Zeltplatz 

  1. Moin, Ihr beiden – spannende Lektüre!

    Und noch vielmehr ein bisschen Vorbereitung auf die Tour mit Sandra in fünf Jahren… Wobei ich angesichts Eurer Schilderungen noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten werden muss…

    „Det ordner seg“ passt möglicherweise auch in anderer Hinsicht 🙂 – Ole, wenn Du die Zeit findest, klingel doch bitte mal bei mir durch, dann kannst Du neben Gedanken über den Weg, den nächsten Fluss, die nächste Rast, das nächste Moor oder auch das nächste Schneehuhn die Zeit evtl. mit Sinnieren über die unendlich weit entfernte Zeit in zweieinhalb Monaten vertreiben…

    Viele liebe Grüße begleiten meine Wünsche nach tollen Wegen ohne Mücken, Matsch und Moore und Regen nur in dosierten Einheiten, wenn Ihr bereits im Zelt seid und alles noch trocknen kann (besser geht natürlich immer!)

    Lieben Gruß aus Hamburg

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  2. Ja, ein guter Bauplatz ist Gold wert :-). Immerhin habt Ihr hier keine oder immer nette Nachbarn, was ja sonst auch ein relevanter Faktor für das Wohlfühlen ist. Wie haltet Ihr das so gelassen mit den Mücken aus? Mich fressen die gefühlt immer bei lebendigem Leib. Eine in der Nähe und meine Ruhe ist vorbei….Respekt.

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