54. Sommer?

von Ole

“Schade, dass wir den Sommer in München verpassen,” hatte Andrea vor unserer Abreise gesagt. Ich hatte entgegnet: “streiche ‚in München‘ ”.

Leider sollte ich weitgehend Recht behalten. Es begann mit 3°C und Schneefall in Grövelsjön. Dann hatten wir gefühlte 10 Wochen lang Frühling und Schneeschmelze. Die Blumen (siehe Bilder) änderten sich in dieser Zeit kaum, insbesondere die Blaubeeren blühten, wann und wo immer wir welche sahen. Wir begleiteten den Frühling Richtung Norden. Einen Frühling, in dem es mehr regnete, als uns lieb war, gefühlt bislang mindestens an drei von vier Tagen. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Im Børgefjell Nationalpark hatten wir dann Anfang Juli schon wieder Neuschnee auf den Bergen. Dazu oft genug eine vollständig geschlossene (Alt-) Schneedecke und noch gefrorene Seen (Kjølihytta, Børgefjell, Sulitjelma, Cainavagge).

Als wir nach dem „Urlaub“ in Kiruna wieder losgingen und die ersten reifen (leicht sauren) Blaubeeren aßen, hatten wir uns kurz auf einen goldenen Sommer und Herbst gefreut. Die Hoffnung wurde noch am selben Tag brutal zerstört, als wir hinter dem nächsten Pass im Sturm erneut Schnee hatten. Bis Kilpisjärvi kam der (Spät-) Sommer dann jedenfalls auch nicht vorbei.

Und hinter Kilpisjärvi? Wir warteten in Kilpisjärvi extra einen Tag länger, um dem schlimmsten Regen zu entgehen. Das gelang nur halb und die Berge waren nach dem Regentag (?) alle wieder weiß gepudert. Und das Ende August. Sommer sieht anders aus.

Man kann sich das Wetter leider nicht aussuchen, vor allem bei dem langen planerische  Vorlauf, den wir hatten. Der späte Winter schlug hier im April noch einmal kräftig zu, was zu der lang andauernden Schneeschmelze führte. Dass es Ende August schon wieder mit Schnee weiter ging, konnte auch keiner wissen. Wir hatten zwar auch 2009 hier oben schon Mitte August Schnee gehabt, jedoch danach und auch 2014 im September hatten wir deutlich besseres Wetter.

Wir haben versucht, immer das Beste daraus zu machen. Manchmal haben wir den Weg angepasst, so wie bei unserem Boxenstopp in Brattvoll. Manchmal haben wir uns darauf eingestellt und unterwegs die Zähne zusammen gebissen, wie von der Daertahytta zur Rostahytta. Manchmal war es aber auch einfach nur frustrierend, immer wieder mit Anlauf einen vor den Latz geknallt zu bekommen.

Das Wetter macht hier oben so viel aus. Dann können wir uns manchmal auch nur noch in den Arm nehmen und gut aufeinander aufpassen.

2 Gedanken zu “54. Sommer?

  1. …. und trotz allem Leiden, werdet ihr begeistert zuhause von eurem Abenteuer erzählen 🙂 Auch wenn ich 2013 viel gelitten habe und mir so oft an den Kopf gegriffen und mich gefragt habe, wie blöd ich denn bin, sowas freiwillig durchzumachen, hat mich genau diese Zeit so beeinflusst, dass ich es 2015 wohl anders, vielleicht auch besser geniessen konnte. Ich möchte die Zeit nicht missen! LG Martin

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