57. von Olderfjord nach Skarsvåg 

Fakten

  • 4 Wandertage mit 87 km
  • Viele Rentiere
  • Viel Sonnenschein
  • Meer pur
  • Monotonie auf der Straße mit müden Beinen, Füßen und schmerzenden Schultern bei Andrea
  • Glückskinder

Tag 99

von Ole

Nach Duschen, Frühstück und Packen des Rucksacks kamen wir wie üblich um 10:00 Uhr los. Der Rhythmus mit dem Aufstehen um 08:00 Uhr hat sich gut etabliert, das behalten wir so bei …

Zu der Unsicherheit über den Weg (nicht gut markiert, Beschreibung nur teilweise hilfreich, größeres Moor und großer Fluss am dritten Tag) kam noch – laut Vorhersage – ein starker Wind hinzu. Wir entschieden uns daher für die Straße E69 statt den Wanderweg E1, zumindest bis zu dem kleinen Ort Repvåg. Meer statt Fjell, immer an der Küste entlang. Ich merkte, dass ich Geröll und Flüsse und Sumpf leid war und freute mich über die Entscheidung.

Bei strahlendem Sonnenschein gingen wir die ersten Kilometer. Tiefblau lag das Meer rechts neben uns, wir sahen und hörten die Möwen und rochen das Meerwasser und den Tang auf den von der Ebbe frei gelegten Steinen. Schön.

Die erste Pause gab es an einem Freilichtmuseum – leider im September schon geschlossen – in dem ausgestellt war, wie die Seesami gelebt hatten, die sich statt von Rentierzucht hauptsächlich von Fischfang ernährt hatten. Die zweite Pause gab es am (steinigen) Strand. Fast wie Urlaub. Wir blieben nach dem Essen noch ein bisschen sitzen, um den Moment zu genießen. Sehr Schön.

Knappe 6 km später erreichten wir einen 3 km langen Tunnel. Wir hatten schon – per Daumen raus – vergeblich die letzten fünf Autofahrer gefragt, ob sie uns durch den Tunnel mitnehmen würden. Da keiner gehalten hatt, erst einmal Pause. Da wollte der nächste Autofahrer uns doch tatsächlich mitnehmen. Großartig. Schnell alles zusammen gerafft und eingestiegen. Andrea hinten im Kofferraum des Jeeps auf den Rucksäcken.

Der Tunnel hätte echt wenig Spaß gemacht. Dunkel, feucht und lang. Wir wurden etwa 3 km dahinter an einem schönen Parkplatz abgesetzt und holten dort erst einmal die Pause nach. Dort wäre auch unser ursprüngliches Ziel für den Tag gewesen, auf halbem Weg nach Repvåg. Wir beschlossen, noch 3 bis 4 km bis zur nächsten Bucht zu gehen.

Dort angekommen – nach insgesamt 29 km, davon etwa 6 km im Auto – konnten wir auf die alte Straße abbiegen und fanden einen fast schon idyllischen Zeltplatz mit Meerblick. Auf den letzten Metern wimmelte es von Rentieren, von denen wir auch unterwegs schon einige gesehen hatten.

Schnell stand das Zelt. Während des Kochens reservierten wir im Internet schon ein Zimmer im Hotel Repvåg für die kommende Nacht.

Und in der Nacht gab es bei klarem Himmel tatsächlich noch Polarlichter. Glückskinder. Im Gegensatz zu Olderfjord störte hier kein elektrisches Licht.

Tag 100

von Ole

Einhundert Tage. Viele davon in Wind und Wetter, auf schwierigen Wegen mit sehr intensiven Erlebnissen. Und jetzt waren wir kurz vor dem Ziel …

Es lagen zunächst etwa 22 km bis Repvåg vor uns. Der Tag begann kitschig. Sonne, blaue Seen, viel grün, die ersten herbstlich gelben Bäume, blaue, sich durch die Landschaft schlängelnde Bäche, das blaue Meer vor dem Zelteingang und schroffe Berge. Ein grandioses einsames Idyll nur 1 km von der Hauptstraße entfernt. “Kneif mich mal einer.” … “Autsch.” Ach ja, da waren sie noch, die kleinen Biester, ca. 1 mm kleine Gnitzen, die einem in Kragen, Ärmel und Hosenbeine krabbelten und dann irgendwann zubissen. Nothing is perfect.

Als wir aufbrachen, ließen wir die Biester größtenteils hinter uns und mit ein wenig Wind waren sie bald ganz verschwunden. Wir folgten der alten Straße und sahen wieder viele Rentiere.

Dann überholten uns deren Besitzer in einem Van. Sie warnten uns, dass sie gleich Rentiere schießen würden. Sie würden aber warten, bis wir wieder auf der Hauptstraße seien und damit aus dem Gebiet raus. Wir unterhielten uns kurz sehr nett mit ihnen. Sie bestätigten unsere Einschätzung, dass es auf dem E1 auf der Hochebene keinen Schutz vor dem Wind gegeben hätte. “Very rocky and completely flat. No vegetation and no shelter.” Der eine ermahnte dann seinen Kollegen, er müsse uns nicht erklären, wie gefährlich der Wind dort werden könne, wie seien doch “experts”. Wir fühlten uns natürlich geschmeichelt, mussten aber trotzdem lachend abwehren. Im Vergleich zu Sami, die dort aufgewachsen waren, waren wir alles andere als Experten. Ja, auch sie müssten häufig länger prüfen und überlegen, wo sie ein Zelt aufstellen könnten, meinten sie. Wenn in der Nacht der Wind auf Nord drehte, konnte es ohne Windschutz schnell übel werden. Dann zeigten sie uns noch auf der Karte, wie wir hinter Repvåg ein Stück Straße durch das Fjell würden abkürzen können, wenn wir das wollten.

Wir folgten dann weiter der alten Straße, machten kurz vor der Hauptstraße unsere erste Pause, während der wir dann hinter uns auch Schüsse hörten. Die Küstenstraße bot wieder tolle Meerblicke, zog sich aber erneut lang hin. Wir sahen Repvåg schon von Weitem, nur schien es kaum näher zu kommen. Wieder gab es Picknick an einem schönen Strand.

Kurz vor Repvåg bogen wir dann auf einen Feldweg ab, um etwas abzukürzen. Dort gab es den letzten Tee, versüßt mit zwei Moltebeeren und ein paar Blaubeeren. Der Feldweg hörte dann leider schnell auf, wir schlugen uns querfeldein durch und hatten teilweise das Gefühl, auf einer Müllhalde unterwegs zu sein, so viel Schrott war dort abgeladen worden. Wir erreichten wieder die Straße und schafften auch die letzten 3 km noch.

Die Ankunft im Hotel war dann ernüchternd. Geschlossen. Stand zumindest auf englisch außen an der Tür. Ein etwas unfreundlicher Russe vor der Tür bestätigte das auch. Als wir von der Reservierung berichteten, zeigte er auf die Tür und meinte, wir sollten reingehen. Komisch. Drinnen alles dunkel, muffig und wie ausgestorben. Dann kam ein jüngerer Russe, fand unsere Reservierung und zeigte uns unser Zimmer, nachdem er einzeln aufgeschrieben hatte, was wir zum Frühstück wollten.

Abendessen gab es leider nicht, das Restaurant war geschlossen, und bezahlen mussten wir in bar, die Kreditkarten funktionierten alle nicht. Wahrscheinlich war die Verbindung schon abgemeldet. Zum Glück hatten wir noch genug Bargeld. Das Zimmer war skurril, dunkelrot gestrichene Wände und muffig. Dafür immerhin mit Doppelbett. Wir machten dann das Beste daraus, aßen ein Schokomüsli, genossen die heiße Dusche, und machten uns dann unsere Fertiggerichte. Auch wenn wir die Dinger so langsam nicht mehr sehen konnten, hungrig genug waren wir. Danach kuschelten wir uns zum Lesen und Schreiben ins Bett.

Tag 101

von Ole

Das Frühstück war ok. Nur fragen, ob uns kurz jemand zur Kreuzung an die Hauptstraße fahren könnte, um etwa 3 km zu sparen, mussten wir hier nicht. Das war nicht Nordnorwegen. Hilfsbereitschaft erwarteten wir hier keine.

Wir hatten uns nach genauerem Kartenstudium entschieden, die Abkürzung über das Fjell nicht zu nehmen. Wir würden nicht schneller sein als auf der Straße und am Ende wäre es noch weglos ca. 1,5 km durch sehr feuchtes Gelände gegangen. Das hätte gruselig werden können. Wir hatten zudem den Gedanken, ab Kåfjord in den Bus zu steigen, um nicht 7 km durch den Nordkaptunnel laufen zu müssen. Das waren bis zur Bushaltestelle 26 km bis 17:55 Uhr. Wir kamen um 9:30 Uhr los. Zeit für weglose Experimente im Fjell war da nicht über.

Bei Sonnenschein kamen wir anfangs sehr zügig voran. Einmal rund um die große Bucht. Das dauerte. Wir sahen viele Rentiere und einen Seeadler! Nach 8 km gab es die übliche Nusspause, 2 km später noch einmal etwas zu trinken mit ein paar Blaubeeren, danach gab es auf 6,5 km für uns kein Trinkwasser. Diese zogen sich dann ziemlich. Wir waren froh, als wir sie geschafft hatten und an einem schönen Bach Mittag machten.

Andrea taten die Schultern und der Nacken sehr weh. Irgendetwas hatte sich übel verspannt. Sie bewegte ihren Oberkörper und Kopf ein wenig wie ein Roboter. Mir tat von der Monotonie der Straße langsam der rechte Oberschenkel weh.

Wir überlegten, mit dem Bus nicht nur durch den Tunnel, sondern gleich bis Honningsvåg zu fahren. Der Wind war deutlich stärker geworden, zelten erschien wenig attraktiv. Wir könnten nach einer entspannteren Nacht im Hotel dann wieder bis kurz hinter den Tunnel zurück fahren. Klang nach einem guten Plan. Wir hätten dann zwar vermutlich die letzte Zeltnacht schon hinter uns gehabt. Die war aber weder vom Platz, noch vom Polarlicht her zu toppen. Eine sehr würdige letzte Zeltnacht also. Und wir waren das ausgesetzt sein langsam leid, auch wenn das Wetter gerade so gut wie noch nie auf dieser Tour war … bis auf den Wind.

Die letzten knapp 10 km schafften wir schnell genug. Nach zwei Dritteln gab es bei toller Aussicht noch ein Ruhepause für die Füße und den Rest des Körpers. Um 17:15 Uhr waren wir dann am Abzweiger nach Kåfjord. Keine ausgewiesene Bushaltestelle. Diese sollte aber an der Kreuzung sein. Uns blieb nur abwarten. Ich sammelte noch ein paar Blaubeeren, wir fanden heraus, welches Hotel wir in Honningsvåg ansteuern wollten, buchten das Hotel für den Tag darauf in Skarsvåg und warteten. Der Bus kam dann pünktlich um 17:55 Uhr. Wir waren die einzigen Fahrgäste.

Der Nordkaptunnel ging steil runter, steil rauf und war echt lang. Im Bus voll ok. Das Stück nach Honningsvåg dauerte dann erstaunlich lange. Endlich setzte der Fahrer uns direkt vor dem Hotel raus. Sehr nett.

Das Scandic Bryggen sah schmuck aus. An der Rezeption … niemand … Oh nein, nicht noch einmal. Nach einigem Warten erschien eine überraschte Frau, sie hatte nicht mehr mit Gästen gerechnet. Ein Lächeln hätte sie uns trotzdem gerne schenken können. Wir bekamen ein Zimmer, erfuhren, dass das Restaurant geschlossen sei, dass wir aber irgendwo in Honningsvåg noch etwas zu essen bekämen.

Die Dusche tat richtig gut. In langer Unterhose und kurzer Shorts darüber ging ich dann zum Essen. War bestimmt ein lustiger Anblick. Aber ich wollte nicht direkt wieder die durchgeschwitzte Wanderhose anziehen.

Das erste Restaurant hatte seit 5 Minuten geschlossen. Es war kurz nach 19 Uhr … Wir fanden dann die “Corner Spiseri”, in dem wir uns sehr wohl fühlten. Ich bekam Fischsuppe und Salat mit warmem Hähnchenfleisch, Andrea gebratenen Heilbutt. Alles sehr lecker. Dazu eine sehr freundliche Kellnerin. Ein Lächeln machte einen großen Unterschied. Und endlich wieder kein Fertiggericht! Wir waren bestimmt einfache Gäste, mit ein bisschen extra Butter passte das für uns schon. Aber wir waren sicher nicht das letzte Mal dort.

Wir schlappten ins Hotel zurück und freuten uns, nicht draußen zu übernachten.

Tag 102

von Andrea

Die Nacht im Hotelzimmer in Honningsvåg hatte sehr gut getan. Erholsam. Sicher wäre eine letzte Nacht im Zelt bei dem immer noch schönen Wetter auch nett gewesen. Aber mit Daunenjacke und Mütze im Schlafsack zu liegen und an diesem noch die Kapuze und den Kragen zuzuziehen, um nicht zu frieren, sich nachts nach dem leider fast nie zu vermeidenden Pieseln wieder warm zu zittern und einen langen Tag auf allen Vieren abzuschließen und den nächsten auf allen Vieren zu beginnen, zehrte an unseren Kräften. Und davon hatten wir irgendwie nicht mehr so viel. Was uns immer wieder auch wunderte. Nicht genügend Ruhetage? Nicht genug zu futtern? Zu schweres Gepäck? Egal. Es war nunmal so. Wir waren ausgelaugt. Und so sehr wir unsere rote Villa liebten … die Nacht im Hotelzimmer in Honningsvåg war wunderbar erholsam und damit genau richtig gewesen.

Leider wachte ich trotzdem mit starken Schmerzen in Schultern und Nacken auf. Vermutlich verdankte ich diese der monotonen Belastung auf der Straße. Zumindest fiel mir keine andere Begründung ein, denn in den ersten drei Monaten hatten die Schultern abends zwar manchmal ein bisschen weh getan, waren am nächsten Morgen aber immer wieder friedlich gewesen. Vermutlich werden mich die Schmerzen jetzt die letzten Kilometer zum Ziel noch begleiten. Na gut, damit konnte ich leben. Danach werden sie dann hoffentlich wieder verschwinden. “Man wird halt nicht jünger …” –  grins.

Noch vor dem Frühstück misteten wir die Rucksäcke aus. Die letzte Nacht vor dem Nordkap würden wir in Skarsvåg ebenfalls im Hotel schlafen. Gebucht war das Zimmer schon. Damit müssten wir das Zelt nicht schleppen, die Isomatten nicht und so einiges weitere an Kleinkram auch nicht. Das Zeug würde im Hotel in Honningsvåg auf uns warten. Wunderbar.

Während des gemütlichen Frühstücks schrieben wir an Mina und fragten, ob sie mittlerweile ihr Ziel Kirkenes kurz vor der Grenze zu Russland erreicht hatte. Kurz darauf rief sie an. Sie war am Vortag an ihrem Ziel angekommen. Wir freuten uns riesig für sie. Jetzt sei sie zusammen mit ihrem Mann auf dem Weg zu uns, meinte sie. Darüber freuten wir uns noch mehr. Wie schön wäre es, zusammen mit Mina und ihrem Mann unsere Touren zu feiern!

Schließlich fuhren wir mit dem Taxi ein Stück des Weges, für das wir am Abend zuvor den Bus genommen hatten, wieder zurück. Zwar nicht ganz bis zum Ende des Tunnels auf Magerøya, aber immerhin bis Sarnespollen. Damit waren zwar etwa 6 km “geschummelt”, aber das waren 6 km auf der Straße, das war uns egal. Ich wollte gern von Sarnespollen aus ein letztes Mal auf dieser Tour von der Straße weg und ins Fjell. Von Sarnespollen aus führte der E1 steil hinauf und überquerte etwa 4 km das Fjell bis zu einer kleinen Straße, statt der Hauptstraße nach Honningsvåg zu folgen, was auch deutlich weiter gewesen wäre. Ole hatte von Geröll, Flüssen und Matsch ja eigentlich die Nase voll, kam aber mir zuliebe mit. Es war sozusagen mein Abschiedsgruß an das Fjell.

Es ging sofort sehr steil rauf – keuch. Zum Glück waren die Rucksäcke ein paar Kilo leichter als sonst. Wir folgten Spuren von Quads und Rentierpfaden. Einen markierten Weg gab es nicht, denn dort war der E1 nicht markiert. Eigentlich gab es den E1 auf Magerøya nur noch in der Theorie und in Wegbeschreibungen, aber nicht als echten Weg. Entsprechend waren wir in der unübersichtlichen Landschaft voller Huggel, tief eingeschnittener Bäche und in Mulden versteckter Seen auch bald schon nicht mehr dort, wo wir eigentlich sein wollten. Dazu pfiff der Wind ganz gewaltig. Auch unter einem Rentierzaun, den es laut Karte gar nicht gab, mussten wir noch hindurch krabbeln. Aber das war mir alles egal. Ich freute mich einfach nur, ein letztes Mal “da draußen” zu sein. Nur wenige hundert Meter von der Straße entfernt schon wieder tief in Norwegens “Wildnis”.

Fast zwei Stunden kämpften wir uns weglos von Meereshöhe bis auf etwa 280 Meter rauf und wieder runter, stolperten wieder über Steine, sprangen wieder über Bäche, legten wieder Slalomstrecken um kleine Moorflächen. Und hatten wieder Sturm, der einen das Fürchten lehrte. Dort oben bei den Bedingungen das Zelt aufbauen? Völlig sinnlose Übung, das hätten wir nicht geschafft. Beängstigend. Ich war trotzdem glücklich. Ich wusste, es waren nur 4 km bis zur nächsten kleinen Straße, vielleicht 6 km, wenn wir uns völlig bekloppt anstellten. Das war überschaubar und machbar. Ich freute mich sehr über meinen Abschied vom Fjell, auch wenn Ole häufiger mal vor sich hin fluchte.

Kurz vor der kleinen Straße machten wir eine kurze Mittagspause. Es lagen noch gute 10 km vor uns. Zunächst etwa 1 km auf der kleinen Nebenstraße, dann das größte Stück auf der E69 zum Nordkap, die letzten gut 2 km dann auf der Straße nach Skarsvåg.

Auf der Straße ließ es sich wieder leichter gehen. Aber wir hatten auch wieder die monotone Belastung der Straße. Bald taten Füße und Beine wieder weh. Schon lustig. Die Belastung im sehr anspruchsvollen Gelände im Fjell ist eigentlich höher, aber nicht so monoton. Man ist zwar insgesamt kaputter und kommt deutlich langsamer voran, dafür tut weniger weh. Hätten wir vorher auch nicht gedacht.

Der Wind pfiff auch auf der Straße gewaltig. Es gab schlicht keinen Schutz. Keine steilen Wände, Bäume schon gar nicht. Der Wind kam anfangs von der Seite. Wir lehnten uns schräg dagegen, um nicht umgepustet zu werden. Ich musste über den Anblick von Ole vor mir, der mit deutlicher Schlagseite fast wie ein Besoffener die Straße entlang torkelte, sehr lachen.

Nach einer Weile war es dann aber mit dem Lachen vorbei. Die Straße zog sich. Der Wind zerrte am Rucksack, mal nach rechts, dann nach links, dann wieder nach rechts. Meine Schultern und mein Nacken litten.

Eine kurze Pause machten wir noch am Abzweiger nach Skarsvåg an einem leider schon geschlossenen Campingplatz (auf dem wir in 2002 übernachtet hatten – schöne Erinnerung). Dann nahmen wir das letzte Stück in Angriff und erreichten gegen 16 Uhr das Hotel ins Skarsvåg. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Das Zimmer war schlicht, aber schön und zum Glück deutlich größer als das in Olderfjord. Und sogar das Restaurant hatte am Abend noch geöffnet. Wir waren sehr zufrieden.

Nach einem einfachen Abendessen fielen wir früh ins Bett. Draußen rüttelte der Wind am Haus, als wollte er die Wände einreißen, nachts prasselte der Regen gegen die Scheibe. Gut, dass wir ein festes Dach über dem Kopf hatten.

Nur noch 15 km bis zum Nordkap … Aber vorher vermutlich noch ein Ruhetag. Wir wollten einen Tag mit Regen und Sturm aussitzen.

Vierbeinig sind Blockfelder bestimmt einfacher

Schwankend zwischen Vorsicht und Neugierde

Plötzlich stand es ganz dicht neben mir

Auch Rentiere finden Straße einfacher

Geniale Küste

Letzter Zeltplatz mit Meerblick

Traumhafter letzter Zeltplatz

Den Wind sollten wir auch noch kennen lernen

Wunderschöner Auftakt an der alten Straße

Kitschig, trotz Stromleitung

Immer wieder tolle Erosionsformen

Picknick am Strand

Blick zurück die Küste entlang

See(?)adler

Wenn man die Straße schon so weit sieht, zieht es sich echt

Fast wie Urlaub

Herbstfarben, See, Meer, Honningsvåg am Fuße der Klippen

Warten auf den Bus in Kåfjord

Noch einmal hoch ins Fjell

Rentierzaun-Limbo

Abschied vom Fjell mit Blick auf das Ziel

Schlagseite

Beeindruckende Küste

Ankunft in Skarsvåg

Windboen auf dem Wasser, im Hintergrund das Nordkap

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