64. Intensive Momente 

von Ole und Andrea

An welche Momente denken wir spontan, wenn wir die Augen schließen? Was hat sich am stärksten eingebrannt? Es waren viele schöne und harte Momente. Der Versuch, die intensivsten noch einmal Revue passieren zu lassen.

Ankunft in Røros

Mit schmerzenden Füßen und Schultern sahen wir unser erstes Etappenziel vor uns liegen. In Røros würden wir unser erstes Paket abholen. Freude und Erleichterung. Dazu ein Anflug von Ungewissheit, wie es bei den winterlichen Bedingungen, die wir bis dahin vorgefunden hatten, weitergehen würde. Wir begannen zu ahnen, dass es deutlich härter werden würde, als wir gedacht hatten.

Überspülter Damm nach dem ersten unmarkierten Wegstück

Frustration pur und viel Ungewissheit danach. Offensichtlich war der E1 kein Weg, der bei allen Bedingungen gangbar war?! Das wurde uns dort zum ersten Mal klar – auf schmerzhafte Weise. Immer wieder hatten wir danach Zweifel, ob wir es schaffen konnten. Immer wieder mussten wir auf unserem weiteren Weg über Alternativen nachdenken.

Umkehren hinter Meråker und dann Boxenstopp

Wenn man bei harten äußeren Bedingungen auch noch leicht krank ist, dann geht’s nicht, auch wenn Umkehren wehtut. Und damit wurde nach nicht einmal drei Wochen auch klar, dass wir nicht den gesamten geplanten Weg zum Nordkap zu Fuß bewältigen würden.

Refreshments

Genial die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in den abgelegenen Gegenden Norwegens. Danach wagten wir es viel häufiger, andere Menschen um Hilfe zu bitten. Die Hilfsbereitschaft hat uns immer wieder Energie gegeben.

Pause an der Brücke hinter dem Børgefjell Nationalpark

Stolz pur, den Nationalpark nach langem Zweifeln tatsächlich durchquert zu haben. Und das sogar noch auf einer selbst definierten Route. Wir hatten etwas geschafft, was wir uns gar nicht so richtig zugetraut hatten. Das hat uns für den weiteren Weg Selbstvertrauen gegeben.

Zeltplatz am Pass vor Grannes

Fjellerlebnis pur. Sonne, leichter Wind, der die Mücken vertrieb, blauer Himmel. Abendessen und Frühstück draußen. Dazu Rentiere und ein tolles Tal. Seele baumeln lassen. Das Herz war voll. Dieser Moment hat viel Kraft gegeben.

Weg zur Gressvasshytta

Harte Bedingungen und Durchhalten pur. Andrea wollte nur noch nach Hause. Das tat weh. Lange planen, lange drauf freuen und dann so leiden, dass man nur noch alles hinschmeißen und nach Hause fahren will und von der Tour nie wieder hören will. Nicht schön. Aber auch ein Teil der Tour.

Mina kennenlernen und in Umbukta wiederfinden

Ein absoluter Lichtblick. Eine wundervolle Gesellschaft. Geteiltes Leid bei schlechten Bedingungen und doppelte Freude über die Schönheit des Fjells. Ein Geschenk insbesondere in Umbukta, wo wir kurz vorher fast aufgegeben hätten.

Aufstieg zum Pass hinter der Gautelishütte

Hart erarbeitet mit vielen Steinen und Schnee aber was für eine Belohnung. Augen zu machen und die Landschaft immer vor sich sehen mit schroffen Bergen, blauen Seen, weißen Schneefeldern unter blauem Himmel und weitem Blick auf noch mehr Berge.

Sturmnacht im Zelt vor Innset

Das brauchen wir nicht wieder. Klar die Grenzen aufgezeigt bekommen. Es konnte da draußen auch gefährlich werden. Gewusst hatten wir das schon. Das auch zu spüren, war noch mal etwas anderes. Wir haben daraus gelernt.

Ankunft am Nordkap

Wechselbad der Gefühle – ohne Worte.

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