12. Anreise nach Idrija

von Ole

Der Wecker klingelte um 7:00 Uhr. Wir waren beide gerädert. Zu voll die letzten Wochen, zu viele Dinge noch zu erledigen. Aber wir hatten alles geschafft, zumindest denken wir das noch. Mal sehen, was uns noch einfällt. Am Vortag konnten wir sogar noch die 100 Jahrfeier von EY besuchen.

Aufbruchstimmung kam allerdings durch die Vielzahl an Themen nicht auf. Sollte es wirklich losgehen? Und was bedeutet das? Freude auf das Kommende, Anspannung, Sorge über das Unvorhersehbare? Trotz der gesammelten Erfahrungen war es wieder ein Aufbruch ins Ungewisse. Viele Gedanken gingen uns im Kopf herum, als wir um 7:25 Uhr zur S-Bahn gingen. Wir erinnerten uns an die Dinge, die uns von unserer Norwegentour geblieben waren und die im Alltag mal mehr, mal weniger präsent waren. Einen Schritt nach dem anderen.

Am Münchener Ostbahnhof gab es Frühstück am Bahnsteig mit belegten Brötchen und heißem Tee. Die frische Luft tat gut. Wir tranken erst meinen Tee, der ohne Deckel schneller abgekühlt war, danach den heißen von Andrea, den ein Deckel noch geschützt hatte.

Beim Einsteigen schaffte es Andrea hinter der Frau, die jede Sitznummer las, obwohl sie ans ganz andere Ende des Wagens musste, die Ruhe zu behalten und die Frau nicht zu beißen, es war aber knapp. Bevor es dann langweilig werden konnte, schlug ich vor, die Leistungsfähigkeit des WLANs im Zug zu prüfen. Großartige Idee, ich hatte plötzlich einen glücklichen Schatz neben mir, der IFSC Kletter-Weltcup über YouTube gucken konnte. In einem spannenden Herrenfinale in Chamonix gewann am Ende Adam Ondra vor Alex Megos. Ich hörte mit einem Ohr zu und döste ein wenig vor mich hin.

Nach dem Weltcup wurde es langweilig – vielleicht hätten wir das Halbfinale nicht schon am Vortag schon gucken sollen. Dafür dösten, lasen und schrieben wir ein bisschen, vertilgten ein sehr leckeres Fenchelrisotto und freuten uns, dass ich den Rest der zuhause angebrochenen Tafel Schokolade noch für die Fahrt eingepackt hatte.

Das Umsteigen in Villach war dann chaotisch. Zwar stand der Zug direkt auf dem gegenüberliegenden Gleis, aber unser Abteil war abgesperrt und es gab zu viele hektische Leute mit zu großen Koffern um uns herum. Dazu piepste irgendein Alarm an der Tür laut und aufdringlich. Da hieß es, Ruhe zu bewahren und sich zu freuen, dass wir den Anschluss überhaupt erreicht hatten. Irgendwann kam dann der Schaffner und öffnete das Abteil, in dem seine Sachen lagen. Da die Reservierung nicht angehängt war, hatte er gedacht, die Plätze wären frei und hatte abgeschlossen.

Wir erreichten Ljubljana fast pünktlich, da rief uns auch schon der Fahrer unseres zuvor reservierte Taxis an. Mit grüner Hose war ich gut zu erkennen und so saßen wir kurze Zeit später im Wagen und fuhren gemütlich Richtung Idrija. So blieb auch Andreas Magen deutlich entspannter als vor zwei Monaten im Bus in die andere Richtung. Echt schön, wenn die Logistik funktioniert. Nur der Blick auf die schwarzen Wolken war etwas beunruhigend.

Um 15:45 Uhr erreichten wir den Busbahnhof in Idrija. Ein kurzer Bummel durch die Altstadt endete mit einem Cappuccino und einer Saftschorle. Mit etwas Warten durfte ich in der Bar sogar noch zwei Trinkflaschen mit Wasser füllen, bevor es losging.

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