22. von Sexten nach Antholz

Fakten

  • 3 Wandertage
  • ca. 50 Kilometer
  • ca. 3.000 Höhenmeter im Aufstieg
  • ca. 3.300 Höhenmeter im Abstieg
  • viele Lärchen und Zirben

Tag 30

von Andrea

Der Tag begann nun wirklich nicht wie ein Ruhetag. Früh aufstehen, Rucksack packen – wenn auch nur einen Rucksack mit dem Zeug für einen Tag für uns beide – schon um 7:20 Uhr etwas drängelig beim Frühstück aufschlagen (eigentlich erst ab 7:30 Uhr) und kurz nach 8:30 Uhr in den Bus Richtung Fischleintal steigen. Um kurz vor 9:00 Uhr stiegen wir dann an der Station Fischleintalboden aus und folgten super motiviert und zügig dem uns bekannten Weg Richtung Drei Zinnen.

Wie beim letzten Mal drei Jahre zuvor fluchten wir auf dem nach Osten ausgerichteten Anstieg ob des Latschendickichts, dass von der Morgensonne so richtig schön aufgeheizt wurde. Ich trug den Rucksack tapfer eine Weile, dann war Ole dran. In Ole steckte an dem Tag irgendwie ein unterforderter Husky, der laufen wollte und ich musste auch ohne Rucksack echt zusehen, wie ich da hinterher kam.

Wir wussten ja schon, dass es bei diesem Aufstieg keinen Sinn machte, bei jeder neu auftauchenden Bergspitze zu überlegen, ob diese wohl schon zu den Drei Zinnen gehörte. Die Dinger versteckten sich bis zum letzten Moment. Erst wenn man auf das Plateau kam, auf dem auch die Drei-Zinnen-Hütte stand, waren sie plötzlich da. Da hatte man dann aber die 1.000 Meter Aufstieg auch schon so gut wie hinter sich.

Statt nach Bergspitzen Ausschau zu halten, beobachtete ich also lieber die Wolken. Es sollte an dem Tag bereits recht früh gewittrig werden. Hinter uns türmten sich die Wolken bereits um 10:00 Uhr hoch auf und von den Gipfeln links neben uns waren die Spitzen bereits in dunkelgraue Wolken gehüllt. Das motivierte mich, mit Oles hohem Tempo mitzuhalten, obwohl ich eigentlich ein Problem mit der Temperatur hatte und lieber langsamer hätte gehen sollen. Nicht dass ich Angst vor dem Gewitter gehabt hätte, da hätte uns die Flucht nach vorn in die Hütte gerettet. Aber die Vorstellung, die Drei Zinnen am Ende gar nicht zu sehen, weil sie bereits in Wolken gehüllt waren, ging gar nicht. Also weiter Gas geben.

Als wir das Plateau erreichten, wurde mir schlecht. Da hatte ich die Quittung. Also doch Tempo raus nehmen und atmen. War aber kein Problem, denn da sah ich sie bereits erhaben und nur mit einigen Wolkenfetzen an den Gipfeln vor mir stehen und war zufrieden.

Um 11:20 Uhr erreichten wir die Drei-Zinnen-Hütte. Wir suchten uns einen Platz an einem der Tische draußen, den es so früh zum Glück auch noch gab. Während ich meinen Magen beruhigte und gleichzeitig die Bergformation vor mir genauso fasziniert anstarrte wir beim ersten Mal, besorgte Ole etwas zu essen. Er kam mit sehr leckeren Schlutzkrapfen und einer Nudelsuppe zurück. Wir waren von der Qualität des Essens sehr positiv überrascht angesichts der „Massenveranstaltung“ auf der Hütte (im Sommer bis zu 3.000 Gäste pro Tag).

Beim Essen pendelten wir zwischen Begeisterung über die drei erhabenen Berggestalten vor uns,
Mutmaßungen über den Verlauf von Kletterrouten, Staunen über die Lautstärke der Italiener um uns herum und Belustigung über die Menschenmassen. Man konnte von der anderen Seite aus auch mit dem Auto relativ nah an die Drei Zinnen herankommen und das machte sich sehr deutlich bemerkbar.

Die dunklen Wolken und die vielen Menschen trieben uns nach dem Essen zum Aufbruch. Mein Magen meinte nach den ersten Schritten, ich solle das mal lieber langsam angehen lassen und das tat ich dann auch. Wir stiefelten gemütlich Richtung Landro, also der Via Alpina folgend weiter nach Westen und nicht Richtung Sexten wieder runter.

Nach etwa 20 Minuten hatten wir die Menschenmassen hinter uns gelassen und immer noch einen tollen Blick auf die Drei Zinnen. Wunderbar! Und die Dinger sahen auch wirklich alle paar Meter anders aus, so dass es absolut notwendig war, an jeder Wegbiegung noch mal wieder ein Foto zu machen.

Der Weg nach Landro runter war ein kleines bisschen abenteuerlicher als es der Weg rauf gewesen war. Wir mussten auf einem schmalen Pfad einige gewaltige und steile Schuttreißen queren. War mit entsprechender Konzentration für die jeweils wenigen Schritte zum Glück kein Problem. Und erinnerte uns eindrucksvoll an die Gewalt des Wassers in den Bergen.

Als wir an einem Schild vorbei kamen, das die Gehzeit bis Landro mit 40 Minuten auswies, schauten wir nach, wann der nächste Bus fahren sollte. In 36 Minuten. Grmpf. Wir beschlossen, unserem Glück eine Chance zu geben und gaben Gas. Wir trafen auf die beiden Französinnen und düsten mit einem vermutlich recht unverständlichen Hinweis auf einen Bus etwas unhöflich an den beiden vorbei. Nach 20 Minuten flitzen wies das nächste Schild die Gehzeit bis Landro mit 30 Minuten aus. Wir fluchten.

Leider hatten wir am Ende kein Glück. Wir sahen den Bus gerade noch wegfahren. Und leider hatten wir in doppelter Hinsicht kein Glück. Wir hatten genau denjenigen Bus um wenige Minuten verpasst, nach dem der nächste erst eine Stunde später fuhr. Eigentlich fuhren die Busse jede halbe Stunde, außer zwischen 14:30 Uhr und 15:30 Uhr. Es war zwar trotzdem gut, dass wir unten und an der Bushaltestelle waren, weil es mittlerweile regnete und donnerte, aber ich war trotzdem extrem genervt. Und dann war Ole davon genervt, dass ich genervt war …

Nach einer gefühlt endlosen Zeit stiegen wir um kurz nach 15:30 Uhr durchgefroren in den nächsten Bus. Wir überstanden auch noch irgendwie das Chaos in Toblach, wo der Bus, in dem wir saßen, nur zum Bahnhof fuhr, der Anschluss-Bus nach Sexten aber vom Busbahnhof abfuhr, der nur leider völlig woanders war.

Gerade eben kamen wir um kurz vor 17:00 Uhr rechtzeitig für unsere Massagen im Hotel an. Damit stieg auch unsere Laune wieder und wir konnten uns wieder über den tollen Tag freuen.

Die Massagen taten sehr gut. Essen gab es an dem Abend im Hotel, was ganz ok aber nicht berauschend war.

Ein sehr schöner und zwischenzeitlich leider auch mal kurz nerviger „Ruhetag“ ging zu Ende. Und die Drei Zinnen haben wir hoffentlich nicht zum letzten Mal besucht.

Tag 31 – Ruhetag

von Ole

Nach den drei Zinnen folgte der verschobene Ruhetag. Wie üblich begann er mit der Planung der folgenden Tage.

Das Wetter sollte ganz ok sein, wenn auch nicht mehr so stabil wie noch am Anfang der Tour. Wir entschieden uns, die schweren Etappen zunächst von Landro zur Dürrensteinhütte und dann von dort zur Seekofelhütte bei diesen Bedingungen nicht zu versuchen. Auf nassen Bergwegen oder gar bei Gewitter wäre das nicht lustig. Darüber hinaus hatte zwei Jahre zuvor ein schwerer Bergsturz (angeblich 700.000 Kubikmeter Gestein) den Weg unterhalb der Hohen Gaisl und damit die Verbindung zwischen Dürrensteinhütte und Seekofelhütte zerstört. Ob dieser Weg wieder begehbar war, wussten wir nicht.

Stattdessen planten wir, den etwas leichteren Aufstieg von Schluderbach (ca. 5 Kilometer hinter dem Hotel Drei Zinnen Blick) zur Dürrensteinhütte zu nehmen und von dort aus direkt nach Prags abzusteigen. Wie auch auf der Website der Via Alpina empfohlen wollten wir dann – statt des langen Talhatschers – mit dem Bus über Welsberg nach St. Martin im Gseiser Tal fahren.

Also: Hotel in St. Martin gesucht und gebucht, für den Folgetag im Antholzer Tal ein Hotel gesucht, danach auf der Rieserfernerhütte gebucht und zum Abschluss noch in Ahornach, in der Nähe von Sand in Taufers. Uff. Aber auch toll, wie weit wir schon gekommen sind. Danach kommt nämlich die Neveshütte, auf der wir vor einigen Jahren schon einmal waren – es ist schön, einzelne bekannte Stücke zusammensetzen zu können.

Während der Planung replizierten die Fotos dank Tages-Flatrate in unsere Cloud, das Internet im Hotel war zu schwach. Damit war dann auch das bloggen deutlich einfacher, was wir nach dem Mittag mit zwei weiteren Beiträgen nutzten.

Kurz nach 11:00 Uhr stockten wir noch die Vorräte auf: Käse, Wurst, Schüttelbrot, Schokolade, getrocknete Aprikosen, Erd- und Cashewnüsse, Batterie und Zahnseide. Mittagessen gab es in einer kleinen Bar. Die Mittagsruhe fiel dann dem Laden der GPS-Tracks und dem Herunterladen der elektronischen Karten zum Opfer.

Ich verwandelte mich am Nachmittag bei einem Frisör wieder in einen etwas ansehnlicheren Menschen, besorgte ein kleines Dankeschön für die Mitarbeiter des Hotels und reservierte für den Abend zwei Plätze im Restaurant des Hotels Mondschein, das uns empfohlen worden war.

Wir lasen und genossen noch einmal zwei Saunagänge, ich putzte meine Schuhe, dann knurrten unsere Mägen und wir gingen sehr lecker und reichhaltig Essen. Nach dem Vorspeisensalat war das Chateubriand (500 Gramm für uns beide zusammen) auf den Punkt gegart und wunderbar zart. Gut, dass es zum Abschluss einen Zirbenschnaps gab. Medizin in innerer Anwendung. Faszinierend, dass der Schnaps direkt über dem Glas süß roch, zwei Zentimeter weiter oben davon nur noch der tolle Zirbengeruch übrig blieb.

Im Hotel zahlten wir noch, bevor wir ins Bett fielen.

Tag 32

von Ole

Frühstück wieder mit Müsli. Um 8:30 Uhr wartete das Taxi auf uns. So sparten wir in Summe ca. eine Stunde Zeit, da die zwei Busse, die wir bis zu unserem Startpunkt benötigt hätten, nicht auf Anschluss fuhren und auch länger unterwegs waren. Und Andrea mochte nach der Erfahrung zwei Tage zuvor keine Busse mehr.

Auf der unterhaltsamen Fahrt bestätigte der Taxifahrer unsere Entscheidung, bei der Wettervorhersage für den Tag nicht unter der Hohen Gaisl entlang zu gehen. Der Weg sei zwar nach dem Bergsturz zwei Jahre zuvor nun wieder begehbar, aber gerade bei Regen würden immer wieder Steine herunter kommen, der Fels sei einfach extrem brüchig. Der Taxifahrer erzählte auch von verheerenden Regenmassen (10 Liter pro Quadratmeter pro Stunde), die zwei Jahre zuvor viel Schutt zu Tale befördert hatten. Ungewöhnlich breite und hohe Schuttfelder waren uns schon mehrfach aufgefallen.

Während der Taxifahrt telefonierten wir auch mit Ina, die uns vielleicht am Wochenende zur Rieserfernerhütte begleiten will.

Um 09:09 Uhr kamen wir los. Ich war irgendwie noch nicht ganz bei der Sache, aber Andrea hatte viel Geduld. Zügig erreichten wir dann in weniger als zwei Stunden die Dürrensteinhütte nach guten 700 Meter Aufstieg über eine Forststraße und einen schönen Waldweg.

Urig, wie wir erst die tief hängenden Wolken erreichten und dann genial, als wir über ihnen waren – mit Sonne über und Wolken unter uns. Kurz vor der Hütte gab es auf einer Bank eine tolle Pause. Wir genossen den Ausblick und die vielen Zirben um uns herum. Dafür gab es dann kein Mittag an der Dürrensteinhütte, ebenfalls kein Mittag um 11:30 Uhr am Hotel Plätzwiese (noch 30 Minuten warten, bis es warme Küche geben würde, ging gar nicht) und dann doch noch Mittag an der Gaststube Plätzwiese.

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir die schöne, relativ ebene Almlandschaft unter schroffen Felswänden schon ausgiebig genossen. Insbesondere die Hohe Gaisl linker Hand war mit ihren schroffen Felsabbrüchen und den faszinierenden Farben beeindruckend, auch wenn wir den Gipfel nicht sahen, der war in den Wolken. Die eine Schlucht in der Mitte des Berges sah für uns aus wie der Eingang zur Hölle.

Mit Blick auf diesen Eingang zur Hölle gab es zweimal Nudeln (Pfifferlinge und Speck/Tomaten/Rucola/Parmesan) und ein Affogato (Espresso mit Vanilleeis). Derart gestärkt machten wir uns an den langen Abstieg nach Prags. 14 Kilometer sollten es laut der Bedienung im Restaurant sein. Wir hofften auf den einen oder anderen Abschneider des Wanderweges gegenüber der Straße. Ein solcher Abschneider kam auch nach ca. 1 Kilometer Asphalt. Auf steinigem Weg querten wir mehrfach die Serpentinen der Straße.

Kurz vor Brückele kam dann der erwähnte Bergsturz ins Blickfeld. Eine klaffende, rote Wunde in der Bergflanke. Beeindruckend. Andrea meinte, die Anzahl der Fotos könnte mit der der Drei Zinnen mithalten, ich hatte da noch so ein bisschen meine Zweifel. Auf jeden Fall hatten wir mit unserer Planung, nicht unter der Brüchigen Wand entlang zu gehen, die richtige Entscheidung getroffen.

Weniger steil ging es hinter Brückele weiter runter, dafür hatten wir jetzt genau so viele Kilometer wie auf der Straße. Genossen haben wir zwischendurch den Quellenweg. Viele kleine Quellen, die zu einem Fluss wurden, formten auf anderthalb Kilometern ein liebliches Ökosystem, in starkem Gegensatz zu den schroffen Felswänden weiter oben.

Am Ende erneut Aufräumarbeiten von Sturmschäden. Erst an einem großen Häcksler vorbei, dann hörten wir lange das Heulen der Motorsägen. Als wir gegen 14:30 Uhr unerwartet früh Prags erreichten, erwischten wir sofort einen Bus zum Pragser Wildsee. An diesem See wäre die eigentliche Etappe des Via Alpina entlang gekommen und der See sollte sehr sehenswert sein, das wollten wir uns also nicht entgehen lassen.

Nach 5 Kilometern entließ uns der Bus in ein Menschengewimmel. Wir schafften es, das Ufer des wunderschön gelegenen Sees zu erreichen und ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Einerseits viele Ruderboote auf dem See, viele Selfie-Sticks, viel Gewusel und Stimmengewirr, andererseits der wirklich schöne See. Schwierig, beides zu trennen. Am Ende zieht uns ein kleiner einsamer Bergsee wie z.B. der Obstanzersee oder der Wolayersee mehr an.

Wir gingen zur Bushaltestelle zurück und schafften es tatsächlich, nicht nur in dem Gedränge die Nerven zu behalten, sondern auch noch in den richtigen Bus zu kommen. Andrea war irgendwann 10 Personen vor mir in den Bus gekommen, obwohl wir direkt hintereinander gestanden hatten. Sie zahlte für 2 Personen, meinte, die zweite Person sei der Mann mit dem großen Rucksack und der grünen Hose und scherzte mit dem Busfahrer bezüglich der Frage, ob dieser Mann denn wirklich mitgenommen werden sollte.

20 Minuten später standen wir in Welsberg am Bahnhof. Von hier sollte auch der Bus nach St. Martin fahren, aber wir mussten noch einmal in das Zentrum des kleinen Ortes zu einer Apotheke. Wir schulterten die Rucksäcke und gingen die anderthalb Kilometer in der Hoffnung, im Zentrum eine weitere Bushaltestelle zu finden, die es laut Plan und Karte geben sollte. Eine solche war auch direkt an der Apotheke, allerdings wegen einer Veranstaltung verlegt. Also zurück Richtung Bahnhof auf der Suche nach der Ersatzhaltestelle.

Die Ersatzhaltestelle fanden wir zwar nicht, aber auf der Hälfte des Weges zurück zum Bahnhof eine andere Haltestelle gegenüber einer Pasticceria. So überbrückten wir die Wartezeit mit Erdbeerkuchen und Eisschokolade. Echt hart. Den Bus verpassten wir trotz rechtzeitigem Aufstehen und Warten in glühender Sonne doch beinahe, da er auch diese Haltestelle nicht anfuhr. Wir sahen ihn aber vom Bahnhof kommen und sprinteten ihm 50 Meter entgegen. Uff. Beinahe hätten wir die nächsten 60 Minuten auf einen Bus gewartet.

Nach vielen Kurven erreichten wir St. Martin und kurz darauf das Hotel Waldruhe. Wir standen nur mit „Via Alpina, Doppelzimmer“ in der Liste. Andrea dehnte ihre Muskeln, ich nutzte kurz die Sauna, die deutlich moderner war als der Rest des Hauses. Das Abendessen war mit Salat, Grießnocken auf Tomatensauce, Cordon Bleu und Passionsfrucht-Sorbet sehr lecker. Wir zahlten noch, ließen die Wanderkarte für den nächsten Wanderer in Gegenrichtung an der Rezeption zurück und gingen zum Schreiben aufs Zimmer.

Tag 33

von Ole

Rauf, runter, fertig.

Frühstück gab es erst ab 7:45 Uhr. Da das Wetter ausnahmsweise mal stabil sein sollte, nahmen wir das Wellness-Angebot an. Gegen 08:30 Uhr ging es dann los. Zuerst eine etwas steile Abkürzung der Forststraße, dann einen langen, langsam ansteigenden Talhatscher, bei dem uns die Sonne so richtig durchbrutzelte. Mit genügend Trinkpausen ging es gut, war nur anstrengend.

Wir erreichten die Ochsenalm und stiegen auf einem tollen Saumpfad mit weiterhin angenehmer Steigung durch einen wunderschönen Lärchen- und Zirbenwald auf. Doping zwischendurch mit Schnüffeln an einem duftenden Zirbenzapfen und leckeren Blaubeeren. Über zahllose kleine Bäche zog sich der Weg zum Grüblsattel hinauf, den wir um 12:30 Uhr nach ca. 1.300 Höhenmetern Aufstieg erreichten.

Mit Blick auf die imposante Rieserfernergruppe, dem Ziel des Folgetages, machten wir eine lange und schöne Mittagspause. Die hatten wir uns auch redlich verdient. Wir freuten uns darauf, die nächsten beiden Tage mit Ina zur Rieserfernerhütte hinauf und nach Ahornach wieder hinunter zu gehen. Sie hatte uns am Morgen Bescheid gegeben, dass sie kommen würde. Andrea schickte ihr zur Einstimmung ein Foto der Rieserfernergruppe per Whatsapp.

Der Abstieg verlief zuerst in coolen Serpentinen einen sehr steilen Hang hinunter. Wir erreichten die Grüblalm, deren Hütte gerade renoviert wurde. Kurz danach wurde der Weg schmaler und zog sich einen steilen Hang mit viel auf und ab entlang. Allmählich verstanden wir die Angabe der Höhenmeter im Auf- und Abstieg in der Wegbeschreibung. Am Ende sollten es jeweils etwa 1.500 Meter gewesen sein.

Andrea sah an dem steilen Hang leider den Abgrund und mochte ihn nicht, hielt sich aber echt wacker. Trotzdem waren wir froh, als wir erst eine Forststraße und kurze Zeit später den Abzweiger nach Antholz Mittertal erreichten. Jetzt ging es noch einmal 700 Höhenmeter hinunter und das richtig steil. Dafür war der Weg für den Kopf wieder deutlich einfacher. Am Ende gingen wir die 10 Minuten längere Variante, die dafür flacher war.

Gegen 16:00 Uhr erreichten wir Antholz und kurz darauf das Hotel Bruggerwirt. Im zweiten Anlauf fand die italienische Chefin, mit der Andrea telefoniert hatte, auch die Reservierung und wir freuen uns über ein kleines Doppelzimmer mit Balkon. Letzteren nutzten wir, um die schnell gewaschenen Merino-Shirts in die Sonne zu hängen.

Nachdem auch wir gewaschen waren, gönnten wir uns zwei (!) Eisschokoladen. Sicher ist sicher. Und wir beobachteten die Aufbauarbeiten für den Abendmarkt. Eine etwas unruhige Nacht kündigte sich an, da unser Balkon direkt auf den Marktplatz ging. Wir zahlten noch im Hotel und verabredeten, dass wir schon um 7:00 Uhr Frühstück bekommen würden, statt erst um 07:30 Uhr.

Wir dehnten unsere etwas müden Beine und lasen noch entspannt auf dem Zimmer.

Zum Abendessen teilten wir uns eine Nudelportion und eine Pizza und beobachteten das Chaos und die Hektik um uns herum. Wieder im Zimmer lasen wir noch bei Rumtata-Musik und versuchten irgendwie einzuschlafen. Mir gelang das schneller als Andrea.

Auf geht’s zu den Drei Zinnen

Wer ist hier der Chef?

Drei Zinnen und Hütte

Blick zurück

Kleiner Mensch vor großer Kulisse

Einsamer Abstieg durch das Rienztal Richtung Landro

Nach dem Ruhetag kamen wir durch die Wolken nach oben

Einfach nur genial

Die Hohe Gaisl hinter der Plätzwiese

Wie das Tor zur Hölle

Der Bergsturz von 2017 aus der Distanz

Gut, dass wir da nicht entlang gegangen sind

Immer wieder Schuttreißen

Im Abstieg der liebliche Quellenweg

Am Pragser Wildsee

Langer Anstieg zur Ochsenalm

Danach toller Saumpfad mit vielen Zirben

Kurz vor dem Grüblsattel

Ausblick auf den Folgetag, da links sollte es hinauf gehen

Ein Gedanke zu “22. von Sexten nach Antholz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s