22. Logistik

von Ole

Um 04:30 Uhr klingelte am 31. Mai der Wecker. Da waren wir beide nach unruhiger Nacht schon aufgestanden. Das Taxi war auch überpünktlich und so brachen wir zwar müde aber entspannt zum Flughafen auf. Das Einchecken der Rucksäcke verlief problemlos, der Security-Check auch. Pünktlich um 06:10 Uhr hoben wir Richtung Stockholm ab.

Im Flieger gab es endlich Tee für Andrea, dazu die am Vortag noch geschmierten Brötchen. Ich konnte immerhin ein bisschen dösen. Richtig wach war ich danach trotzdem nicht.

Wir landeten pünktlich. Beim Blick auf die Anzeige für das Gepäckband murmelte ich “Hamburg, Band 5” und stapfte weiter Richtung Band 5. Andrea rief mich leise lachend zurück und bat mich, noch mal auf die Anzeige zu schauen. Da stand es, zwei Zeilen weiter unten “München”, ach ja, da war was, aber egal, auch Band 5. Wir schmunzelten beide. Das war uns nach jetzt fünf Jahren in München lange nicht mehr passiert.

Das Gepäck kam fast schneller als wir gucken konnten. Wir versorgten uns dann zunächst mit schwedischen Kronen, dann mit einem zweiten Frühstück. Gas für unseren Kocher bekamen wir nicht.

Pünktlich um 10:06 Uhr bestiegen wir direkt am Flughafen Arlanda den Zug mit der Nummer 42 nach Mora. Während Andrea immer müder wurde und gegen Übelkeit kämpfte, las ich Scott’s Tagebücher über die (gescheiterte) Expedition zum Südpol zur Einstimmung. Kilometer pro Tag waren ähnlich wie bei uns, nur werden bei uns die Bedingungen deutlich besser … hoffentlich.

Um 13:34 Uhr – wieder pünktlich – erreichten wir den schwedischen Ort Mora. Nach einigem Suchen bekam ich Gas zum Kochen, das lief wie geschmiert.

An der Busstation in Mora

Um 14:45 Uhr – natürlich pünktlich – fuhr der Bus nach Idre Fjäll. Während Andrea döste, las ich und genoss die weite Landschaft um uns herum. Am nächsten Tag würden wir hier los wandern. Langsam stieg die Vorfreude.

Wir waren die letzten Fahrgäste, die bis zum letzten Halt in Idre Fjäll wollten. Ups.

In eisigem Wind gingen wir die 500 Meter zum Hotel. Sportlich, nach den Temperaturen der letzten Tage in München von über 30°C. Auch in Mora hatte es sich immerhin noch deutlich wie Frühling angefühlt. Das war jetzt in Idre Fjäll ein ganz kleines bißchen anders.

Wir waren froh, das alles gut geklappt hatte. Der Tag war sehr anstrengend gewesen, hatte uns aber nicht runter gezogen, da wir  darauf vorbereitet gewesen waren. Sauna und ein leckeres Abendessen taten dann sehr gut.

Bereits um 9 Uhr abends lagen wir im Bett und schliefen ein.

So richtig begriffen hatten wir an dem Tag noch nicht, dass es jetzt wirklich losgehen sollte. Dafür war es zu viel Logistik gewesen. Immerhin hatte es mir zwischendurch mal zwei kleine Jauchzer entlockt. Allerdings fühlten wir uns beide recht klein angesichts der draußen waagerecht im Wind stehenden Fahnen und Temperaturen von vermutlich etwa 5 °C.

Als wir am nächsten Morgen heißes Wasser für Tee in unsere (fast neue) Thermoskanne füllten, wurde sofort die gesamte Kanne heiß. Oh nein, nicht schon wieder. Das hatten wir exakt am Starttag auf dem Padjelantaleten zweieinhalb Jahre zuvor schonmal erlebt und dann tagelang eine unbrauchbare Thermoskanne durch die Gegend geschleppt. Zum Glück gab es in Idre Fjäll einen Intersport und zum Glück war der überpünktliche Taxifahrer auch sofort bereit, uns dort noch hinzufahren und einen Augenblick auf uns zu warten. Der junge Mann im Laden fragte natürlich, wo wir denn hinwandern wollten und staunte nicht schlecht über unsere Antwort. Zum Nordkap? Zu Fuß? Ja, wir konnten es selber auch kaum glauben.

Gegen 11 Uhr standen wir in Grövelsjön. Angezogen mit langer Unterhose, Wanderhose und Hardshell Hose und auch Obenrum mit mehreren Lagen, dazu Schal, Mütze und Handschuhe. Es schneite leicht. Ein netter Mensch machte ein Foto von uns und fragte, ob wir bei dem Wetter etwa draußen schlafen wollten. Ja, äh, warum denn nicht … hüstel?

Nun lag es nur noch an uns.

5 Gedanken zu “22. Logistik

  1. Na dann mal los. Wir begleiten Euch in Gedanken und sind gespannt auf Eure Reiseerlebnisse. Liebe Grüße Birgit und Holger

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  2. Ich drück Euch ganz arg die Daumen, dass die Sonne rauskommt, um Euch auf dem Abenteuer zu begleiten und Ihr dann auf die langen Unterhosen verzichten könnt… wobei: tragen die sich leichter angezogen oder im Rucksack 😎 Liebe Grüße

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